Morbus Sinding-Larsen
Ursache des Morbus Sinding-Larsen Die Ursache des Morbus Sinding-Larsen ist nicht sicher bekannt, man vermutet Durchblutungsstörungen im Bereich der Wachstumszonen. Dies kann durch Minderanlagen in der Blutgefäßversorgung hervorgerufen werden, aber auch durch genetische (angeborene) Ursachen. Ebenfalls können Überlastungen im Sport und Beruf den Morbus Sinding-Larsen hervorrufen. Die Erkrankung bevorzugt meist Jungen um das 10. Lebensjahr. Diagnose des Morbus Sinding-Larsen Die Schmerzen treten häufig bei Belastungen besonders im Sport auf. Die Beschwerden konzentrieren sich hauptsächlich auf den unteren Pol der Kniescheibe. Kleinere Verletzungen wie Verdrehungen oder Stürze beim Fußball, Handball, Volleyball oder auch Inline-Skating werden beschrieben. Klinische Untersuchung bei Morbus Sinding-Larsen Ihr behandelnder Arzt wird zunächst eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) mit Ihnen besprechen. Er wird auf die verschiedenen auslösenden Ursachen zu sprechen kommen. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird das betroffene Gelenk genau untersucht, es wird auf Bewegungseinschränkungen, Druckschmerzen sowie Schwellungen geachtet. Auch werden Tests zur Festigkeit der Seiten- und Kreuzbänder vorgenommen. Auf jeden Fall werden die klinischen Tests zum Ausschluss einer Meniskus-Symptomatik bei der Untersuchung durchgeführt. Es wird auf Ergussbildung im Gelenk geachtet. Meist findet sich nur ein Druckschmerz mit leichter Schwellung am unteren Kniescheibenpol. Da es aber auch häufiger zu ausstrahlenden Schmerzen ins Kniegelenk kommt, wenn Erkrankungen am Hüftgelenk bestehen, wird der behandelnde Orthopäde auch dieses Gelenk genau untersuchen. Bei unklaren Beschwerden wird Ihr Arzt noch eine Röntgenaufnahme des Kniegelenks in 2 Ebenen veranlassen, ggf. auch eine sogenannte Patella tangential-Aufnahme. Durch die besondere Röntgentechnik wird die Rückseite der Kniescheibe dargestellt. Durch verschiedene Anwinkelungen des Kniegelenks bei 30, 60 und 90° können noch Aussagen über Fehlbildungen im Bereich der Kniescheibe getroffen werden. Beim Morbus Sinding-Larsen finden sich röntgenologisch auf der Seitaufnahme meist geringe Strukturunregelmäßigkeiten im unteren Kniescheibenpol. Dies ist beweisend für die Erkrankung. Weitere Untersuchungen sind in der Regel nicht notwendig. Therapie des Morbus Sinding-Larsen Die Behandlung des Morbus Sinding-Larsen richtet sich nach der Schwere der Beschwerdesymptomatik. Bei nur geringen Schmerzen ist in der Regel eine Sportpause oder eine Änderung des Trainingsverhaltens notwendig. Bei stärkerem Ausmaß der Schmerzsymptomatik kann eine kurzfristige Ruhigstellung in Streckstellung des Kniegelenks notwendig sein. Physikalische Therapie bei Morbus Sinding-Larsen: Es werden meist schmerzlindernde Elektrotherapien wie Iontophoresen, Hochvolt oder auch Phonophoresen (spezielle Ultraschall-Behandlung) durchgeführt. Sporttherapie bei Morbus Sinding-Larsen: Nach Abklingen der akuten Symptomatik kann im Rahmen der Sporttherapie der Trainingsablauf optimiert und verbessert werden. Evtl. Bewegungseinschränkungen nach Ruhigstellung können verbessert werden. Krankengymnastik bei Morbus Sinding-Larsen: Kommen zusätzlich Fehlstellungen oder nicht ausreichend ausgebildete Kniescheiben bei der Untersuchung zur Darstellung, kann im Rahmen der Krankengymnastik mit speziellen muskelaufbauenden Maßnahmen die Fehlstellung an der Kniescheibe korrigiert und verbessert werden. Nach Ruhigstellung des Kniegelenks sind oft muskelaufbauende als auch bewegungsfördernde Maßnahmen notwendig. Medikamentöse Behandlung des Morbus Sinding-Larsen: Schmerzlindernde und abschwellende Medikamente oder Spritzen sind in der Regel nicht notwendig, oft helfen kühlende Umschläge (Kochsalz- und Quarkverbände). Bei akuter Beschwerdesymptomatik haben sich auch Salbenverbände bewährt. Medizinische Trainings-Therapie (MTT) bei Morbus Sinding-Larsen: Die MTT wird zusätzlich bei Bewegungseinschränkungen oder Fehlstellungen im Bereich des Knies oder der Kniescheibe eingesetzt. In den meisten Fällen kann ein Wiederauftreten der Beschwerdesymptomatik vermieden werden. Operation bei Morbus Sinding-Larsen: Operative Maßnahmen werden in der Regel bei dieser Erkrankung nicht eingesetzt. Alle o. g. diagnostischen Maßnahmen und therapeutischen Hilfen können wir in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchführen, um auch langfristig Beschwerden und Schmerzen beim Morbus Sinding-Larsen zu vermeiden.
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