Myogelosen Die Myogelosen werden auch Muskelhärten oder Muskel hartspann genannt. Die Myogelosen sind meist gut tastbare Muskelverhärtungen, ausgelöst durch eine dauernde Muskelanspannung. Ursache der Myogelosen Myogelosen können durch viele Anlässe entstehen. Oft kommt es zur Dauerbeanspruchung der Muskulatur, insbesondere bei einseitigen Bewegungsabläufen während der Arbeit oder beim sportlichen Training. Es kommt zu lokalen Durchblutungsstörungen sowie einer Stoffwechselstörung. In den Myogelosen wird zunächst vermehrt Laktat angehäuft. Dadurch entstehen Schwellungen der Muskelfasern sowie später ein Abbau der einzelnen Muskelfibrillen. Diagnose der Myogelosen In der Regel sind die Muskelverhärtungen unter der Haut in der Muskulatur gut tastbar. Sie sind meist sehr druckschmerzhaft und lassen sich verschieben. Vom Tastbefund lassen sich noch Fettgewebsgeschwülste gut unterscheiden. Klinische Untersuchung bei Myogelosen Ihr Arzt wird zunächst eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) mit Ihnen besprechen. Er wird auf die Ursache der Entstehung zu sprechen kommen. Er wird Sie zu einseitigen Belastungen im Beruf, Alltag oder beim Sport befragen. Dies liefert oft schon gute Hinweise zur Entstehung der Myogelosen. Diese sind meist an exponierten Stellen zu tasten. Auch bei degenerativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule oder an den Gelenken aber auch bei Fehlstellungen sind die Myogelosen über den entsprechenden Muskelabschnitten zu tasten. Bei der Fibromyalgie, dem sogenannten Weichteilrheumatismus, treten die Myogelosen gehäuft auf, ebenso bei der generalisierten Tendopathie (Schmerzen an den Sehnenansätzen). Sollten Hinweise auf bösartige Erkrankungen bestehen, werden weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Computer- oder Kernspintomographien notwendig. In der Regel ist aber eine Röntgenuntersuchung nicht notwendig. Bei Hinweisen auf Stoffwechselerkrankungen werden ggf. noch weiterführende Laboruntersuchungen erfolgen. Therapie der Myogelosen In der Regel sollten die Myogelosen möglichst früh behandelt werden, bevor es zu Veränderungen im Bereich der Muskelfasern kommt. Physikalische Therapie bei Myogelosen: Es werden Wärme-Anwendungen sowie Massagen eingesetzt, evtl. auch durchblutungsfördernde und muskelentspannende Therapie. Bewährt haben sich hier Ultraschall, Packungen und Interferenz. Krankengymnastik bei Myogelosen: Die Krankengymnastik konzentriert sich auf die Ursachen der Myogelosenbildung, z. B. Muskelungleichgewichte, degenerative Veränderungen oder Fehlstellungen. Diese werden entsprechend behandelt. Zunächst ist es wie bei der physikalischen Therapie notwendig, detonisierende (muskelentspannende) Maßnahmen einzusetzen. Sehr bewährt hat sich hier die heiße Rolle. Medikamentöse Behandlung bei Myogelosen: Bei starken Beschwerden können sowohl Schmerzmittel als auch muskelentspannende Mittel eingesetzt werden. Über die entsprechenden Nebenwirkungen sollten Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt beraten, auch sollten Sie alle Medikamente aufführen, die Sie einnehmen, um unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen auszuschließen. Ergotherapie bei Myogelosen: Nach der akuten Schmerzsymptomatik sollten im Rahmen der Ergotherapie Hilfen für den Alltag und den Beruf vermittelt werden. Im Vordergrund steht der Gelenkschutz. Die Situation am Arbeitsplatz, im Alltag und beim Sport ist zu analysieren, um Fehlhaltungen und monotone Zwangshaltungen zu vermeiden. Auch hier stehen der Ergotherapie viele Hilfsmittel zur Verfügung. Akupunktur bei Myogelosen: Auch die Akupunktur hat sich zur Schmerzbehandlung und Muskelentspannung gut bewährt. Medizinische Trainings-Therapie (MTT) bei Myogelosen: Ergänzt wird die krankengymnastische Übungsbehandlung bei Myogelosen durch die MTT. Die Muskulatur wird an speziellen Fitnessgeräten unter Aufsicht von geschulten Physiotherapeuten aufgebaut. Im Rahmen der Sporttherapie können falsche Trainingsmethoden korrigiert werden. Operationen werden bei Myogelosen nicht notwendig. Alle konservativen Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten sind in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg möglich, um die Beschwerden zu lindern und evtl. falsche Bewegungsabläufe zu verbessern. Eine individuelle Leistungstestung auf Laufband oder Fahrradergometer ist möglich, um einen entsprechenden Trainingsaufbau zu gewährleisten.
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